Vero True Social – Was kann das neue Social Network?

No ads, no algorithms – Damit wirbt der neue Stern am Social-Media-Himmel. Doch was ist eigentlich dieses Vero von dem seit einigen Tagen alle reden und was kann das soziale Netzwerk, was Facebook und Konsorten nicht können?

Was ist Vero True Social?

Vero True Social wurde von Ayman Hariri, einem libanesischen Milliardär, der seine Brötchen eigentlich mit einer der größten Baufirmen in Saudi Arabien verdient, ins Leben gerufen. Wie viele andere User, war auch er von den Entwicklungen der gängigen Social Media genervt. Was ihn besonders gestört hat, waren die ständigen Algorithmus-Veränderungen und die ansteigende Menge an Werbung. Der soziale Aspekt von Social Media rückte seiner Meinung nach immer weiter in den Hintergrund. Also nahm Hariri das nötige Kleingeld in die Hand und ließ einfach ein neues Social Network entwickeln.

Vero True Social existiert tatsächlich schon seit 2015, doch einen richtigen Hype – zumindest in Deutschland – erfährt die App erst in den letzten Tagen. Ja, richtig gelesen: App. Das Netzwerk gibt es, ähnlich wie Instagram, ausschließlich als App für Smartphones. Selbst eine Tablet-Version scheint vorerst nicht geplant zu sein.

Wie genau funktioniert Vero?

Vero hat meiner Meinung nach sehr viele schöne Funktionen. Auch wenn die Bedienung im ersten Augenblick kompliziert erscheint, ist sie eigentlich sehr intuitiv und vor allem ästhetisch.

Schritt 1: Anmeldung

Zunächst muss man einen Account anlegen. Dies geschieht, wie bei WhatsApp, über die eigene Rufnummer. Anschließend erhält man per SMS einen Verifizierungscode und dann kann es schon losgehen.

Schritt 2: Account einrichten

Im Gegensatz zu anderen Netzwerken gibt es hier eigentlich nur einen kleinen Unterschied: man muss sich nicht nur auf einen Avatar beschränken, sondern kann 3 unterschiedliche Avatare einstellen, die von den jeweiligen Loops (dazu gleich mehr) gesehen werden. Das ist sehr praktisch, wenn unbekannte Follower keine privaten Fotos von mir sehen sollen. Ansonsten gibt es hier die gängigen Einstellungsmöglichkeiten: Kurzbio, Name, Wer darf sich mit mir verbinden und darf mir jeder folgen?

Schritt 3: Kontakte finden und Loops einrichten

Hier wird es etwas spannender. Wer neue Kontakte hinzufügt, kann direkt im ersten Schritt angeben, in welchen Loop sie eingeordnet werden sollen: Bekannte, Freunde, enge Freunde. Diese Loops sind festgelegt und lassen sich leider nicht erweitern. Zwar ist eine ähnliche Funktion auch bei Facebook vorhanden (Freundeslisten), allerdings müssen diese manuell angelegt und gepflegt werden. Die Handhabung bei Vero ist diesbezüglich deutlich intuitiver, was mir persönlich sehr gut gefällt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Usern einfach nur zu folgen. Dafür wurde auch ein 4. Loop angelegt: Follower.

Schritt 4: Postings

Bevor ein Beitrag veröffentlicht wird, fragt Vero jedes Mal ab, welcher Loop die Inhalte sehen darf. So läuft man also nicht Gefahr, dass die private Fotos der letzten Party versehentlich von den Arbeitskollegen oder fremden Followern gesehen werden. Anders als bei Facebook oder Twitter sind reine Text-Postings nicht möglich. Allerdings kann man viele andere Sachen posten: Fotos (wie bei Instagram), seinen derzeitigen Aufenthaltsort (wie bei Swarm), Bücher (wie bei Goodreads), Filme/Serien (wie bei Letterboxd) und Musik.
Die Beiträge an sich lassen sich natürlich wieder kommentieren und liken (Herz) und außerdem zusätzlich über Facebook und Twitter teilen.

Schritt 5: Collections

Eine ebenfalls interessante Funktions sind die sogenannten Collections. Hier werden alle Inhalte meiner Kontakte (loop-unabhängig) kategorisch und chronologisch gesammelt. Wer also ein paar Tage nicht online war oder diese eine tolle Buchempfehlung von letzter Woche erneut raussuchen möchte, kann einfach durch diesen gesonderten Feed scrollen. Hier erhält man einen super Überblick und findet die gewünschten Beiträge sehr schnell wieder.

Was kostet Vero?

Derzeit ist die App noch kostenlos, doch wie Vero True Social selbst via Twitter mitteilte, gilt das nur für die ersten Millionen User.

Im Umkehrschluss bedeutet diese Aussage, dass zukünftige User für Vero zahlen müssen. Wie hoch die Kosten sein werden oder wofür genau bezahlt werden soll (App oder Mitgliedschaft), ist derzeit noch unbekannt. Auf der Website konnte ich dazu leider auch keinerlei Informationen finden.

Obwohl die App momentan noch kostenfrei ist, verdient das Unternehmen bereits Geld. Auf der Entdecken-Seiten können Brands ihre Produkte direkt innerhalb der App bewerben und vor allem verkaufen. Allerdings sieht man diese Inhalte nur auf dieser einen Seite und nicht, wie bei anderen sozialen Netzwerken, im Newsfeed als Werbeanzeige.

Mein Fazit zu Vero

Bei jedem neuen Social Network gibt es einen anfänglichen Hype. Bei Vero kann ich ihn persönlich aber tatsächlich gut nachvollziehen, da ich die App als intuitiv und ästhetisch empfinde. Außerdem überzeugt mich der Mix aus interessanten Funktionen und wagt man einen Blick auf bereits angemeldete (Promi)Accounts, könnte es in diesem Fall tatsächlich ein Erfolg werden. Elon Musk, Rita Ora und BANKS sind nur 3 von vielen großen Namen, die dort bereits angemeldet sind. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass sich viele Fans einen Account erstellen und die multifunktionale App somit weiter wächst und auf lange Sicht erfolgreich sein wird.

Außerdem sind die direkten In-App-Käufe ein Anreiz für große Marken. Jeder User fungiert in seinem Umfeld als Influencer, denn wenn ich beispielsweise ein Album empfehlen, können meine Freunde und Follower dieses direkt über die Vero-App bestellen. Das Geschäftsmodell ist eigentlich sehr transparent und meiner Meinung nach nicht so aufdringlich wie herkömmliche Werbeanzeigen. Zudem wird ein konstanter Geldfluss für das Unternehmen garantiert, da hier mit einem Provisionsmodell gearbeitet wird. Ein vorzeitiges Aussterben aufgrund von Geldnöten wird hier vermutlich nicht passieren.

Ich nutze die App jetzt seit bereits 4 Tagen und bin gespannt, wie sie sich weiter entwickeln wird.

xox
Aziza

2 thoughts to “Vero True Social – Was kann das neue Social Network?”

  1. Danke sehr interessanter Beitrag! Habe die Vero App seit zwei Tagen auf dem Handy und sehe das genauso wie du, es gab schon viele Eintagsfliegen im Social Media Bereich, bestes Beispiel ist Ello! Mal schauen ob sich Vero durchsetzen kann, ich bin überzeugt das es möglich ist.

    1. Eben, die meisten scheitern an einem lukrativen Geschäftsmodell. Ich finde, dass Vero den Spagat zwischen Benutzerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit ganz gut geplant hat. Natürlich gibt es jetzt erstmal viel Aufschrei wegen Datenschutz etc., aber im Endeffekt nutzen die meisten auch FB und Whatapp, wo es mit der Datensicherheit ähnlich schlimm aussieht. Mich macht nur traurig, dass Vero derzeit keine stabilen Server hat. Das nervt und schreckt viele User ab, die die App vermutlich gerne genutzt hätten, aber jetzt wieder deinstallieren. Hoffentlich wird das bald gefixt.

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