Bucket List: St. Patrick’s Day in Dublin

17. März 2017. In diesem Jahr fiel der St. Patrick’s Day auf einen Freitag. Nach Feierabend schnappte ich mir B. und wir schauten in den umliegenden Pubs, ob und wie gefeiert wird.

Nach 2, 3 Flaschen Bier schlug B. vor „Ey, lass auch mal irgendwann an St. Patrick’s Day nach Dublin!“ Ich sagte einfach nur „Okay“ und den Montag darauf hatte ich auch schon das Hotel gebucht. That’s it. Das Leben kann so schön einfach sein.

St. Patrick’s Day = Karneval in grün?

In meiner Vorstellung glich der St. Patrick’s Day unserem Karneval, nur eben deutlich größer und grüner. Tatsächlich ist es aber doch echt anders.

Vor und während der Parade, die um 12 Uhr beginnt, ist der Verkauf und Konsum von Alkohol nicht erlaubt. Den Supermärkten ist es untersagt, Bier oder Schnaps vor 16 Uhr zu verkaufen und die meistens Pubs öffnen erst am Nachmittag. Anders als beim Karnevalsumzug, sieht man bei der Parade also eine Menge Menschen mit einem Kaffeebecher anstatt einer Bierdose in der Hand. Zugegebenermaßen war das auch die bessere Alternative, da arktische Winde wehten und sowieso alle sichtlich froren.

Die Parade selbst war ebenfalls ganz anders als gedacht. Recht wenig Festwagen und Kostüme, dafür aber sehr viele Marching Bands aus den USA (Illinois, Oregon etc.). Ich hatte teilweise das Gefühl, die wären mit der gesamten Bevölkerung des jeweiligen Bundesstaates angereist. Außerdem war die Farbe Grün fast ausschließlich in den Zuschauerrängen zu sehen.

Nach der Parade haben wir uns kurz aufgewärmt und gestärkt und sind dann zufälligerweise in einem Pub gelandet, wo augenscheinlich viele Einheimische einkehrten und das Six Nations Rugby-Finale Irland vs. England schauten. Eigentlich wären wir fast am Pub vorbeigelaufen, aber ein netter irischer Opa ging rein und wies uns darauf hin, dass wir doch auch reinkommen sollen. Gesagt, getan, nie bereut!

Ich habe absolut keine Ahnung von Rugby, aber die Stimmung war toll, das Bier günstig und am Ende hat Irland auch noch gewonnen. Besser hätte es nicht laufen können!

Am späteren Abend wollten wir dann eigentlich noch in unseren Lieblingspub, aber der war leider komplett überfüllt. Also sind wir kurz zur Temple Bar, um uns die wirre Menschenmenge anzuschauen, die einfach nur auf der Straße standen. Ohne Musik, ohne wirkliche Stimmung. Den Ort werde ich wohl nie verstehen.

Anschließend ging es in die Hotelbar. Ich hatte genug von der Kälte und dem Wind. Mir war tatsächlich so kalt, dass ich freiwillig eine Mütze anzog. Wer mich kennt, weiß, was das bedeutet…

Obwohl der St. Patrick’s Day deutlich entspannter war, als ich gedacht hätte, wurde ich nicht enttäuscht. Einzig die mitgebrachte Grippe hätte ich mir sparen können.

Meine Tipps für den St. Patrick’s Day in Dublin

  1. Hotel
    Wer nicht gerade in Geld schwimmt oder in einer ranzigen Bude außerhalb der Innenstadt wohnen möchte, sollte frühzeitig an die Hotelbuchung denken. Mein Tipp: Bereits ein Jahr im Voraus buchen. So hat man noch eine gewisse Auswahl und einigermaßen faire Preise.
    Zum Vergleich: wir haben vor einem Jahr gebucht und für 3 Nächte 450 € gezahlt. Einige Wochen vorher habe ich spaßeshalber nach Alternativen geschaut und kein Hotel unter 800 € gefunden. Früh sein lohnt sich also!

  2. Location
    Falls ihr nicht wisst, WO ihr wohnen sollt: so zentral wie möglich. Die Innenstadt sollte maximal einen Kilometer entfernt sein, da fast alle gängigen Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar sind. Außerdem ist es auch von Vorteil, wenn man am späten Abend zurück zum Hotel muss. Ein kurzer Fußmarsch ist dann doch angenehmer, als eine längere Busfahrt in einer fremden Stadt. Zumindest meiner Meinung nach.

  3. Flüge
    Bei den Flügen kann man eigentlich recht flexibel sein, da es immer wieder Angebote bei den gängigen Anbietern gibt. Ich habe unsere Flüge zwar schon im Sommer gebucht, aber später geht sicherlich auch.

  4. Was nicht erlaubt ist
    Alkohol ist während der gesamten Parade eigentlich nicht gestattet, weswegen auch die Supermärkte vor 15/16 Uhr kein Bier verkaufen. Die Pubs öffnen ebenfalls erst um 15 Uhr. Man könnte rein theoretisch am Vorabend einkaufen gehen und die Getränke in eine unauffälligere Flasche füllen. In meinem Fall war es aber einfach bitterkalt, weswegen ich mir einen Tee nach dem anderen reingezogen haben. Brr!

  5. Nach der Parade
    Meidet das direkte Umfeld der berühmten Temple Bar! Dort begegnet ihr wirklich ausschließlich den unangenehmen Suff-Touristen. Falls ihr das allerdings attraktiv findet, dann hin da. Dort erwarten euch aber nur überfüllte Pubs, überfüllte Straßen, horrende Bierpreise und definitiv keine authentische Stimmung.

xox
Aziza

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