Mein erstes Mal re:publica

Es gibt Events, bei denen denkt man sich sofort „Boah, da möchte ich auch mal hin!“. So erging es mir in den letzten drei Jahren mit der re:publica. Jedes Jahr im Mai sah ich all die schönen Fotos von glücklichen Menschen, die auf dieser sagenumwobenen Konferenz rund um digitale Medien rumhüpften.

In diesem Jahr war es nun auch endlich für mich soweit. Ganze sechs Monate blickte ich der ersten Mai-Woche voller Vorfreude entgegen. Ich hatte zwar eine leise Ahnung, wie es bei der re:publica sein könnte, wollte mich aber nicht beeinflussen lassen, weswegen ich mich überhaupt nicht vorbereitet habe. Ich wollte einfach alles auf mich wirken und mich treiben lassen.

Der Mehrwert liegt immer im Auge des Betrachters

Ein paar Wochen bevor es dann losging, vernahm ich hier und dort vereinzelt Kritik. Die re:publica würde inzwischen keinen Mehrwert bieten. Die Vorträge seien in den letzten Jahren nicht revolutionär gewesen und man würde nicht mehr viel lernen. Daher entschlossen sich scheinbar einige Personen, die diesjährige Ausgabe zu skippen.

An dieser Stelle möchte ich gerne als re:publica-Frischling einhaken, da diese Argumentation eine gewisse Krux birgt. Zählen zu der Hauptzielgruppe nicht digital- und medienaffine Menschen, die Neuigkeiten sowie dazugehörige Infos sowieso als erste auf dem Schirm haben, da sie 24/7 online sind? Bei der Zielgruppe handelt es sich meiner Meinung nach ganz klar um Early Adopter, die das jeweilige Thema oder den SpeakerInnen längst über Twitter und Sondergleichen folgen und demnach immer up-to-date sind. Zudem ist es vielleicht auch vermessen zu erwarten, dass es jedes Jahr bahnbrechende Trends gibt. Ja, wir leben in schnelllebigen Zeiten, aber brauchen wir wirklich alle 12 Monate the next big thing?

Manchmal muss man vielleicht einfach einen Schritt zurückgehen, um das Ganze mit anderen Augen zu betrachtet. Die (wenigen) Vorträge, die ich besuchte, waren inhaltlich vielleicht nicht unbedingt bahnbrechend, aber teilweise performance-technisch überragend und dahingehend für mich tatsächlich neu und lehrreich.

Gelebte Augenhöhe und eine gelungene Orga

Über die re:publica sagt man, es sei eine Konferenz auf Augenhöhe. Es ginge in erster Linie um die Menschen und das (digitale) Miteinander.
Von dieser Mentalität konnte ich mich nun selbst überzeugen und bin dennoch überrascht, wie sehr diese Aussagen stimmen. Ich habe in den letzten Tage ein paar sehr nette Menschen kennengelernt, was vermutlich auch an meinem re:publica-Sitter Johannes lag. Dennoch war ich in der Vergangenheit schon auf einigen Events, die deutlich kleiner waren, wo man als Außenstehende aber trotzdem nicht mit dem Arsch angeschaut wurde. Auf der re:publica wurde ich hingegen herzlich integriert!

Hinsichtlich der Organisation war die Konferenz ebenfalls rundum gelungen und man hätte meiner bescheidenen Meinung nach auch nicht besonders viel besser machen können. Einzig an den Meetup-Spots könnte man in Zukunft gegebenenfalls mit Mikrofonen oder Silent-Technik arbeiten, da die Geräuschkulisse bei der Menge an Besuchern dann doch zu laut ist.

Zu guter Letzt das ewige Luxusproblem einer jeden Konferenz: zu viele interessante Sessions zur gleichen Uhrzeit. Zum Glück gibt es ganz viele Aufzeichnungen, die ich mir in den nächsten Tagen anschauen kann.

Es bleibt nur eines zu sagen: Danke, dass ich dabei sein durfte. Hoffentlich sehen wir uns 2019 wieder!

xox
Aziza

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