Endlich Urlaub, endlich Ruhe

Eigentlich ein Paradoxon, dass Weihnachtsurlaub das Wort „Urlaub“ beinhaltet. Urlaub bedeutet für mich Entspannung, Ausschlafen, Zeit für mich und all die Dinge, die im hektischen (Arbeits-)Alltag kaum Platz finden. Beim jährlichen Weihnachtsurlaub ist das aber anders. Erst die vermeintlich besinnlichen Feiertage, in denen man Familie und Freunde unter einen Hut bringen muss. Es mag sie zwar geben, die Familien, die an Weihnachten tatsächlich besinnlich und voller familiärer Zuneigung sind. Bei uns ist das leider nicht der Fall. Aber eins muss man uns lassen: wir streiten nicht! Weihnachten ist teilweise aber auch mit längeren Autofahrten verbunden. Wertvolle Zeit, die ich auf grauem Asphalt verschwenden darf. Aber was tut man nicht alles für ein friedliches Weihnachten…

Anschließend folgt der Neujahrsstress. Bei wem wird gefeiert? Was wird gemacht? Was wird noch benötigt? Und wenn Silvester und Neujahr auch noch so unpraktisch liegen, wie 2018/2019, fällt noch der große Weltuntergangseinkauf in diese Zeit. Wie sollte man sonst die freien Tage nur ohne jegliche Sorten Knabberzeugs überleben? Alles im allem also ziemlich stressig und alles andere als entspannend.

Zum Glück war ich klug genug, um mir die erste Januarwoche Urlaub zu nehmen. Letztendlich haben wir den Laden sogar komplett dicht gemacht. Ich muss also erst am Montag zurück in den Bürostuhl und kann die letzten Tage tatsächlich in voller Ruhe genießen. Nur die Katze leistet mir „Gesellschaft„ – schläft also dem Raum, in dem ich mich etwas länger aufhalte. Die letzten zwei Tage war es mein Herrenzimmer. Ja, auf mein kleines, aber feines Herrenzimmer bin ich schon ein bisschen stolz. Es ist zwar noch nicht perfekt eingerichtet, aber sehr gemütlich. Nachdem meine Omma freiwillig ins Altersheim zog, scheinbar keinerlei Emotionen ihren alten Möbeln gegenüber besitzt und der restliche Teil der Verwandtschaft den Wert nicht erkannte, schnappte ich zu. Meine Oma lag schon immer viel Wert auf Qualität und Langlebigkeit. IKEA und Konsorten kamen ihr niemals ins Haus! Dazu hatte sie auch immer Männer an ihrer Seite, die für das nötige Kleingeld sorgten. Nun bin ich also stolze Besitzerin zwei englischer Ohrensessel*, eine schöne Eckvitrine aus Kirschbaum und weiteren Kleinigkeiten wie einem Ölgemälde, einem Perserteppiche und ein massiver Spiegel mit dickem Holzrahmen. Und nicht zu vergessen der kleine Beistelltisch mit – wie sollte es in einem Herrenzimmer anders sein – einer gefüllten Whiskykaraffe dekoriert. Hier kann ich definitiv entspannen!

Eine kleine Anekdote zu einem der Sessel: Als ich noch eine klitzekleine Aziza war, lebte meine Oma mit ihrem letzten Ehemann einige Jahre in England. Ich war noch keine zwei Jahr alt war, da flogen wir zum Weihnachtsfest das erste Mal auf die Insel. Von diesem Trip gibt es unzählige Fotos und eines davon fiel mir letztes Jahr das erste Mal in die Hände: Klein Aziza sitzt stolz wie Bolle in einem riesigen Ohrensessel und grinst in ihrem süßen Festtagskleidchen verschmitzt in die Kamera. Knapp 26 Jahre später steht genau dieser Sessel in meinen eigenen vier Wänden und ist vermutlich immer noch genauso bequem wie damals.


Was ich die letzten Tage so treibe? Natürlich ausschlafen und den eigenen Akku aufladen! Nachdem ich geduscht und gefrühstückt habe, verschlägt es mich also ins Herrenzimmer. Hier verbringe ich nochmal locker zwei bis drei Stunden mit Lesen und meinem neuen Spielzeug, dem Traktor Kontrol S2. Sobald ich musikalisch etwas Vorzeigbares produziert habe, lasse ich euch an meinen neu erworbenen DJ-Künsten teilhaben. Momentan ist’s aber eher Kraut und Rüben. 😀 Üben, üben, üben!  

Und zu guter Letzt nähere ich mich meiner Küche wieder etwas an. Eigentlich liebe ich Kochen. Kochen entspannt mich und ich probiere gerne neue Gerichte aus. In den letzten Monaten war ich aber dermaßen kochfaul! Jetzt habe ich aber Zeit und auch wieder Lust. Heute habe ich mir zum Beispiel eine eigene Currysoße gekocht. Als Fleischvermeider vermisse ich hin und wieder eine gut gewürzte Currywurst. Etwas, was ich mich immer wieder frage: Warum haben Bratwurstbrater eigentlich keine vegetarische Wurst im Angebot? Inzwischen gibt es doch so viel gute Anbieter, aber beim Straßenmainstream scheint das noch nicht angekommen zu sein. Dabei wäre es so einfach! Naja, egal. Mach ich’s halt selbst! Guten Appetit. 🙂

xox 

Aziza

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