Das Internet vergisst nie – Zum Glück!

Das Internet vergisst nie!

Ein Spruch, der in der Regel als Drohung verstanden wird. Ja, man sollte natürlich immer vorsichtig dabei sein, was man im Internet veröffentlicht. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Die Tatsache, dass das Internet angeblich nie etwas vergisst, kann aber auch durchaus von Vorteil sein.

Ich hatte bereits 2015 unter dem Namen Altstadtgerichte mit dem Bloggen begonnen. Irgendwann wurde meine Seite allerdings gehackt und komplett zerschossen. Alle Inhalte waren weg und auch nicht mittels wayback machine wieder auffindbar. Leider habe ich damals auch Backups für nicht nötig gehalten (wer hätte gedacht, dass meine unwichtige Website angegriffen wird?!). Der Blog an sich lag mir auch eigentlich nicht sonderlich am Herzen, nur ein einziger Beitrag*. Einer, der mit sehr vielen Emotionen und Erinnerungen verknüpft war und mit dem ich damals etwas erreichte, wovon ich als Teeny nur geträumt hatte: Anerkennung von einem meiner Idole.

Etienne Gardé las UND teilte meinen Beitrag auf seiner Facebook-Seite. Dass die Zugriffszahlen in die Decke gingen, muss ich nicht erwähnen, oder?

Tja, dieser Beitrag schien aber für immer im Jenseits verschwunden zu sein.

Falsch gedacht! Wie es der Zufall will, meinte es der Internet-Gott letztendlich doch gut mit mir. Nachdem ich Ende Dezember diese Website aufgesetzt hatte, habe ich mir kurzzeitig die WordPress-App heruntergeladen. In der App selber war zufällig noch die alte Altstadtgerichte-Website verknüpft und dort fand ich dann auch meinen alten Beitrag wieder.

Scheinbar wurde der Text auf dem WordPress-Server irgendwie doch noch gespeichert. Ein Hoch auf die Technik und das Internet!
Wenn ich den Text heute lese, ist er mitnichten besonders gut. Aber ich hänge an ihm und an all den Erinnerungen und Emotionen, die er damals wie heute auslöste.

In diesem Sinne alles Gute zum 3. Geburtstag, liebe Rocket Beans! <3
Stay hungry, stay foolish!
xox
Aziza
* Mein Herzensbeitrag aus dem Archiv

Rocket Beans: Wenn Träume wahr werden

Bonn, 2004. Während meine Mitschüler von internationalen Stars wie Britney Spears oder Orlando Bloom schwärmten, galt meine komplette Aufmerksamkeit den Moderatoren der damaligen TV Sendung NBC GIGA.
Ganze 5 Stunden wurde man mit unterschiedlichen Inhalten unterhalten. Modern, witzig, unkonventionell. Nicht nur die Themen, sondern auch das Format an sich war damals seiner Zeit voraus. Es gab Foren, Livechats und einen direkten Draht zu den Zuschauern. Die Community wurde stets eingebunden.

Ein weiteres Format, GIGA GAMES, unterhielt die Videospiel-affine Gemeinschaft. Weitere 2 Stunden wurden die Zuschauer auf den neusten Stand in Sachen Games gebracht.
Jeden Tag und Abend sah ich mir die Sendungen an. Besondere Highlights wie die GIGA GAMES Halloween Sonderausgabe durfte ich bloß nicht verpassen. Ich war Fan. Durch und durch.

Doch das GIGA GAMES nur der Anfang von etwas ganz Großem sein könnte, hätte damals vermutlich niemand gedacht.

Mut und Enthusiasmus

Es gibt Menschen, die nach nur einer Niederlage aufgeben. Es gibt auch solche, die nach dem Niederschlag wieder aufstehen und sich einen neuen Weg suchen. Und es gibt die Art von Mensch, die hinfällt, aufsteht und es immer und immer wieder versucht, bis es endgültig funktioniert. Für diese Menschen gibt es keine Alternative, keinen Plan B. Sie lassen sich nicht abspeisen, nur weil es eventuell etwas schwieriger wird. Diese Menschen glauben an ihren Traum und wissen, dass es irgendwann klappen wird.

Dieser Schlag Mensch befand sich einst bei GIGA GAMES. Vier Jungs, die beste Freunde wurden und einen Leidenschaft teilten: Videospiele. Verschiedene Konsolen und Games testen und darüber berichten ist wohl der Traumjob von fast jedem Kind, doch diese vier Jungs haben ihren Traum in die Wirklichkeit umgesetzt. Viele Steine wurden ihnen in den Weg gelegt und so oft mussten sie sich und ihre Passion rechtfertigen.

Während beispielsweise eSports in Korea einen wahren Massenkult unter Jugendlichen darstellt und teilweise sogar als Volkssport angesehen und unterstützt wird, hängt Deutschland diesbezüglich noch im Mittelalter fest. Noch immer haftet das falsche Image von aggressiven Jungs, die künftig zu echten Waffen greifen und nicht mehr zwischen virtuell und real unterscheiden können, an der eigentlich sehr kommunikativen Freizeitbeschäftigung. Meiner Meinung nach ist ein gutes Videospiel wie ein gutes Buch oder ein Film: eine fesselnde Handlung und interessante Charaktere. Der einzige Unterschied liegt darin, dass man in das Geschehen eingreifen und die Story lenken kann.
Also weshalb ist es so schwierig, Videospiele und ihre Anhänger massentauglich darzustellen? Woher rührt die falsche Angst? Stattdessen versuchen die multimedialen Influencer weiterhin das Publikum mit dem Musikantenstadl zu beschallen, während der eigene Sohnemann vermutlich im Nebenzimmer sitzt und selber zockt.

Doch Etienne, Simon, Nils und Budi, Moderatoren der oben bereits genannten Sendungen, hielten weiterhin an ihrem Traum fest. Und mit ihnen Arno Heinisch.
2006 entstand und wuchs mit ihnen die Video-und Computerspiel-Sendung Game One, die 2011 sogar mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde.
Im gleichen Jahr gründeten diese 4 mutigen Männer die Rocket Beans Entertainment GmbH und damit geriet der Stein immer weiter ins Rollen. Neben Game One wurde Rocket Beans hochgezogen und über YouTube verbreitet.

Fast täglich bereicherten die Raketenbohnen ihre treue Fangemeinde mit verschiedenen Formaten, wie beispielsweise Almost Daily. Dieses Format ist mein absoluter Liebling. Die Moderatoren sitzen an einem Tisch und reden. Zwar ist das Thema grob vorgegeben, aber der Verlauf, die Körpersprache und der tatsächliche Inhalt sind absolut situationsbezogen und sehr authentisch. Nie hatte man das Gefühl, die Jungs würden sich vor der Kamera verstellen – ganz im Gegenteil. Es fühlt sich an, als würde man mit ihnen gemeinsam am Tisch sitzen. Oder bei irgendwem zu Hause, wie unter langjährigen echten Freunden. Diese Authentizität lässt sich nicht spielen, aber zum Glück mit der Kamera festhalten.

Wie oft saß ich alleine vorm PC und habe laut gekichert, weil es einfach so mitreißend lustig und echt war?! Und genau aus diesem Grund ist die Fanbase und die komplette Community so stark, denn dieser Faktor unterscheidet Rocketbeans von allen bisher dagewesenen multimedialen Formaten. Ganz gleich ob TV, Internet oder sonst wo. Sich jahrelang treu zu bleiben ist in dieser schnelllebigen Welt eine seltene Tugend.

Zum Glück gibt es sehr viele Menschen, wie ich, die das erkannt haben und seit vielen, vielen Jahren schätzen und bewundern. Schließlich ist es verdammt verlockend, seine Seele für Geld zu verkaufen, wenn man Frau und Kinder daheim sitzen hat.
Schnell kommt die Angst auf, die Familie nicht ernähren zu können. Doch wer dieser Angst nachgibt, verliert am Ende. Sich dagegen der Angst zu stellen und aus ihr Antrieb und Kraft zu schöpfen, bedarf einer Menge Mut. Dieser Mut verdient Hochachtung in jeglicher Form, ganz gleich ob man Videospiele ablehnt oder nicht.

In der heutigen Zeit zeugt es von wahrhaftigem Talent, Fans über 10 Jahre halten und auch unterhalten zu können. Beides ist meiner Meinung nach mehr als hervorragend gelungen. Das ganze Team wird, soweit möglich, von der Community unterstützt und mit liebevollen Geschenken überhäuft.
Und jedes Jahr zur Gamescom werden Etienne, Nils, Budi und Simon (und natürlich alle anderen Beteiligten) von einer riesigen Menschentraube in heller Aufregung erwartet.
Natürlich in passenden Fan-Shirts.

Ein Jahr, wie kein anderes

Nachdem im Dezember 2014 Game One eingestellt wurde, fokussierten sich alle auf Rocket Beans. Nachdem der YouTube-Channel bereits ein großer Erfolg war, wagten sie etwas revolutionäres: Rocket Beans TV. Ein 24-Stunden-Sender auf der Online-Plattform Twitch.
Die Sendung ging erstmals am 15. Januar 2015 live und wer hätte es anders erwartet: die Sendung kam gut an. Sehr gut sogar.

8 Monate sind nun seit Sendestart von Rocket Beans TV vergangen. 8 vermutlich sehr aufregende und mit Ungewissheit geplagten Monate. Doch die Tatsache, dass sowohl die Anzahl der Fans als auch Mitarbeitern wächst, lässt Gutes hoffen. Doch wie so oft kann einem Ruhm und Ehre zu Kopf steigen. Bei Rocket Beans ist das zum Glück nicht der Fall. Hands-On Mentalität, Bodenständigkeit und nah am Fan sein sind die Eigenschaften, die hier zutreffen.

Warum ich das alles schreibe? Weil es für die folgenden Impressionen ausschlaggebend ist. Rund 11 Jahre sind vergangen, seitdem ich das erste Mal eine Folge GIGA GAMES sah. Wie bei jedem Teenager war es damals auch mein großer Traum, meine Idole zu treffen. Obwohl ich damals 3x im GIGA Studio zu Gast sein durfte, war es mir nie möglich, das GAMES Studio zu besichtigen. Kein Autogramm, kein Foto. Doch hätte mein damaliges Ich gewusst, dass es doch bitte einfach nur 9 bzw. 11 Jahre warten soll, dann wäre ich damals vermutlich nur halb so traurig gewesen. Zum Glück gibt es die Gamescom.

Die Entfernung zum Kölner Messegelände ist eigentlich lächerlich, aber trotzdem war ich erst 2013 das erste Mal dort. Ganze 3(!) Stunden stand ich mit großen, leuchtenden Augen am LG Stand und wartete darauf, endlich ein gemeinsames Foto machen zu dürfen. Nachdem es zuerst nicht sein sollte, hat es im Endeffekt doch noch geklappt und am Ende hielt ich ein gemeinsames Foto mit Simon und Nils in der Hand. Moderne Technik sei Dank. Budi und Etienne hatte ich während meines Aufenthaltes leider nicht treffen können.
Das Jahr darauf war leider auch sehr ernüchternd. Ich konnte mir nur noch eine Messekarte für den Sonntag kaufen und dann sah ich im Facebook- und Twitterfeed, dass die Jungs bereits am Samstag wieder gen Hamburg unterwegs waren. Dayum! Naja, mach ich halt ein Foto mit einem überdimensionalen Pikachu.
Und dann dieses Jahr: die Karten waren teurer und sehr schnell ausverkauft. Schade Schokolade. Dann soll es wohl einfach nicht sein. Denkste! Per Zufall entdeckte ich bei Facebook, dass es eine von XMG gesponserte Aftershow Party geben würde. In Köln. Am Freitag. Im Gebäude 9. Hell yeah!

Dosenbeatz – Party der Extraklasse

Keine Ahnung wieso, aber die Location zu erreichen erwies sich schwieriger als gedacht. Möglicherweise lag es an den paar Flaschen Bier, die wir bereits auf dem Weg genossen. Vielleicht auch am Regen und den ganzen Baustellen. Aber Aufgeben war definitiv keine Option und zum Glück gibt es Taxen. Ich wusste zwar nicht, was mich auf dieser Party erwarten würde, aber was soll’s?! Man lebt nur einmal.
Da standen wir also. ganz aufgeregt gingen wir rein, erhielten ein Bändchen und einen Zettel. Man sagte uns, dass dieser Zettel gegen ein Getränk eingetauscht werden kann. Cool: freier Eintritt und ein Freigetränk. Von wegen! Es stellte sich heraus, dass es den ganzen Abend Freigetränke gab.
Ich war gut gelaunt, freute mich auf gute Musik und erhoffte mir nicht zu viel. Die Rocket Beans hatten schließlich schon 3 anstrengende Messetage hinter sich und ich hätte vollkommenes Verständnis dafür, wenn sie sich nicht in der Menge zeigen würden. Den ganzen Tag mit Fans reden und Fotos schießen ist schließlich anstrengend genug. Aber diese Jungs sind anders. Rocket Beans ist kein Job, sondern mehr. Eine Herzenssache. Daher liefen alle fröhlich in der Menge rum, unterhielten sich und schossen Fotos. Die ganze Nacht!
Es war einfach unglaublich. Ein Kindheitstraum, der in diesem Moment wahr wurde. Endorphine schossen durch meinen Körper und mein Lächeln war größer, als jemals zuvor. Ich kam mir vor, wie ein Kind im Schlaraffenland.
Die Musik war natürlich wieder unglaublich gut, die Menge tobte ausgelassen und jeder hatte Spaß.

Ein Kölsch mit Simon teilen. Auf der Bühne mit Schröck abgehen. Mit Ian rumblödeln.
Es war fast zu schön um wahr zu sein. Ich durfte mit allen Fotos schießen und habe mich dafür bei allen bedankt.
Denn es ist keine Selbstverständlichkeit seinen Fans mit so viel Zuneigung entgegen zu kommen. Doch wie Etienne mitten in der Nacht zu mir sagte: Das ist sehr wohl selbstverständlich.

Das ist mein Job und ich liebe meinen Job. Wie viele Menschen gehen tagtäglich arbeiten und hassen ihren Job? Ich nicht!

An dieser Stelle möchte ich nochmal Danke sagen. Danke für viele Jahre Unterhaltung. Danke für den Mut und die Kraft, die euch am Leben hält. Danke, dass ihr euch treu bleibt. Danke für eure Authentizität. Danke für diesen unvergesslichen Abend. Danke für die Fotos und Gespräche. Danke an die Hübschen für die Musik und das Tanzen. Danke an alle Helferlein.
Danke für die Erfüllung eines Kindheitstraumes.

NACHTRAG: Einen richtigen Nachtrag spare ich mir an dieser Stelle. Der Blogbeitrag ist schon lang genug. 😉 Aber wer wissen möchte, wie sich die Rocket Beans in den letzten 3 Jahren entwickelt haben, kann sich beispielsweise den Wikipedia-Beitrag dazu durchlesen. Viel Spaß!

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